2010-2011 :  Verschossener Elfmeter bedeutet Relegation

2010-2011 : Verschossener Elfmeter bedeutet Relegation

Genau wie 2007-2008 (0:2 gegen Steinfort) verlor der Tabellenzwölfte Wiltz 71 auch drei Jahre später das Relegationsspiel gegen den Tabellendritten der Ehrenpromotion, diesmal gegen Hostert. Nach 115 Minuten stand es 0:0. In der 26.‘ der Verlängerung ging der „Herausforderer“ auf dem Beggener Spielfeld in Führung. Postwendend traf Rodrigue Kouayep zum Ausgleich. Vor mehr als 1 300 Zuschauern kam es zum Elfmeterschießen. Ausgerechnet Sanel Ibrahimovic, Torschützenkönig in der BGL Ligue und zum zweitbesten Fußballer Luxemburgs gewählt, setzte seinen Strafstoß an den Pfosten. Da sich sonst kein Spieler einen Fehlschuss leistete, stieg die vom Ex-Wiltzer Carlos Teixeira trainierte US Hostert erstmals in die Nationaldivision auf, während Wiltz 71 zum sechsten Mal absteigen musste. Dabei hatte unsere Mannschaft in Beggen die weitaus größeren Spielanteile und die besseren Torchancen, doch scheiterte sie das ein oder andere Mal am gegnerischen Torwart Mouloud Beltitane, der ein Jahr zuvor noch für Wiltz zwischen den Pfosten stand.

 

Beltitane hatte einen Vereinswechsel in der Sommerpause getätigt, genau wie Bruno Alves (Ettelbrück), Sergio Sarmento (Ulflingen) sowie Vedat Duraku und Romeo Marinho (beide Harlingen-Tarchamps). Neuzugänge gab es in Hülle und Fülle. Durchsetzen konnten sich eigentlich nur der aus Bosnien stammende Edis Osmanovic und der in Österreich kickende Kameruner Rodrigue Kouayep.

 

Die Saison begann vielversprechend, wurde doch der andere Aufsteiger, Canach, mit 5:1 bei sich zu Hause besiegt. Das anschließende zweite Auswärtsspiel ging recht unglücklich 

in Hesperingen (1:2) verloren. Es folgten drei hohe Niederlagen (2 x 1:5 und 1 x 1:4). Den zweiten Erfolg, erneut auswärts, gab es in Niederkorn. Sanel Ibrahimovic erzielte das Tor des Tages. Nach sechs Begegnungen sah es folgendermaßen am Tabellenende aus: Canach (0 P.), Niederkorn (5), Jeunesse und Wiltz (6), Hesperingen und Hamm (7), Racing und Etzella (8).   

 

Nach fünf weiteren Misserfolgen – u.a. gegen den späteren Absteiger Ettelbrück (1:2 in der „Géitzt“) – war man auf den vorletzten Tabellenplatz abgerutscht. Die Vereinsverantwortlichen entschlossen sich daraufhin, Trainer Steve Majerus abzusetzen und durch den 46-jährigen Belgier Pascal Lebrun zu ersetzen. Derjenige konnte bereits auf 20 Jahre im Traineramt zurückblicken – hauptsächlich bei Vereinen der Province de Luxembourg, aber auch beim Racing Troisvierges. Lebrun wohnte der Partie in Differdingen, wo die Mannschaft von Co-Trainer Samir Kalabic gecoacht wurde, noch als Zuschauer bei. Er wurde Zeuge einer „verrückten“ Begegnung. Die Gastgeber führten zur Pause mit 1:0. Sanel Ibrahimovic glich in der 47.‘ aus. Differdingen ging in der 49.‘ wieder in Führung. Nach dem erneuten Ausgleich durch Ibrahimovic (65.‘), drehte Edis Osmanovic das Spiel (3:2 für Wiltz in der 67.‘). Die Partie schied entschieden, als Ibrahimovic das 4:2 in der 75.‘ erzielte. Doch Mirko Albanese – der übrigens in der Saison 2015-2016 für Wiltz auflief –  beendete die Wiltzer Träume vom dritten Sieg mit seinen Treffern 3 und 4  (80. und 90.‘). Beim 4:4 auf dem „Thillebierg“ spielte Wiltz in folgender Aufstellung: Jan Arnold, Claude Hentz (59.‘ Chris Patini), Ben Heiderscheid, Nihad Sejdovic, Haris Faljic (88.‘ Alen Omerovic), Mehmet Mujkic, Rui Batista, Rodrigue Kouayep, Sevad Mujkic, Edis Osmanovic (78.‘ Sébastien Fischetti) und Sanel Ibrahimovic. 

 

Mit dem ersten Saison-Heimsieg – 2:1 gegen Fola Esch – begann die Karriere von Pascal Lebrun auf der Wiltzer Trainerbank. Nach der Hinrunde belegte unser Team weiterhin den 13. Tabellenplatz. Mit zehn Punkten auf dem Konto ließ man nur Canach (3) hinter sich. In Reichweite blieben Hesperingen (13) und Ettelbrück (14). 

 

Das historische Debakel (0:15) – zu Beginn der Rückrunde – in Düdelingen kann man nicht entschuldigen, auch wenn sechs Stammspieler fehlten und man 73 Minuten in Unterzahl spielte. Nach zwei weiteren Niederlagen konnte am 17. Spieltag der 4. Saisonsieg eingefahren

werden (3:1 beim hauptstädtischen Verein Racing). Der Heimniederlage gegen Niederkorn (0:3) schloss sich der Achtungserfolg (2:0) auf der „Grenz“ an, wo Sanel Ibrahimovic und Rodrigue Kouayep gegen Jeunesse Esch trafen. Nach dem 2:3 gegen Grevenmacher kam es zur wichtigen Partie in Ettelbrück, die Wiltz 71 mit 3:1 für sich entscheiden konnte. Eine Niederlage „am Däich“ hätte den fast sicheren Abstieg bedeutet. Nach dem 2:1 zu Hause gegen Petingen sah es vier Spieltage vor Saisonschluss wie folgt im Tabellenkeller aus:

Canach (15 P.), Etzella (20), Wiltz (22), RFCU (23).

 

Wiltz 71 ergatterte noch vier Zähler (2:1 gegen Differdingen und 1:1 gegen Canach) und beendete „eine Saison zum Vergessen“ auf dem Relegationsplatz mit 26 Punkten und einem desaströsen Torverhältnis von 38:78. Nie zuvor und nie danach hat die erste Mannschaft so viele Gegentore kassiert. Canach (20) und Ettelbrück (21) konnten den direkten Abstieg nicht vermeiden. Da Wiltz 71 das Relegationsspiel – wie schon erwähnt  – verlor, hatte der Norden jetzt keinen Vertreter mehr in der BGL Ligue.  

 

Nicht weniger als 26 Spieler kamen in der Meisterschaft 2010-2011 in der ersten Mannschaft von Wiltz 71 zum Zuge. Zwei verpassten keine der 26 Begegnungen: Claude Hentz und Sevad Mujkic. Weitere sieben gehörten mehr als 20 Mal zum Aufgebot: Sanel Ibrahimovic, Rodrigue Kouayep, Mehmet Mujkic, Edis Osmanovic, Fred Van de Sande, Haris Faljic und Ben Heiderscheid. Zum erweiterten Mannschaftsgerippe (10-16 Einsätze) zählten: Rui Batista, Randy Chionna, Nihad Sejdovic, Nicolas Mazoyer, Sébastien Fischetti, Chris Patini, Arnaud Lunsi und Alen Omerovic. Die Trainer griffen auch noch zurück auf: Guy Libambu, Jan Arnold, Jos Pelkes, Amel Cosic, Malick Korodowou, Adnan Batkic, Flavio Campos, Ediz Vatanzever, Esmir Cosic und Aldin Mustic. Dass Amel Cosic nur sechs Mal – zum Schluss der Saison – berufen wurde, war durch einen Kreuzbandriss bedingt. 

 

18 der 38 Wiltzer Treffer – also fast die Hälfte – erzielte Sanel Ibrahimovic. Edis Osmanovic traf acht Mal, Rodrigue Kouayep fünf Mal.            

 

40 Jahre nach der Fusion bestand der Vorstand aus: Henri Roemer (Präsident seit 2009), Robert Nilles, René Schroeder und Jean-Claude Thines (Vize-Präsidenten), Alain Martin (Kassierer), Jemp Civic, Raymond Federspiel, Luc Flamand, Romain Fraiture, Eric Greisch, Ferid Hodzic, Emile Lutgen, Romain Mathieu, Mohamed Mujkic, Michael Schenk, Marc Weber und Gilbert Weis (Beisitzende). Ehrenpräsidenten waren John Shinn und Romain Schneider. Das „Comité directeur“ bestand aus Robert Nilles (Direktor), Henri Roemer, Michael Schenk, Jean-Claude Thines und Alain Martin (Mitglieder).   

    

Die von Michael Schenk präsidierte Jugendkommission organisierte ein zweites „Beach Soccer“-Turnier beim synthetischen Spielfeld in der „Géitzt“ sowie einen Lehrgang mit der Fußballschule „Games and More“. 

    

Den Cadets der „Entente“ Wintger-Wiltz gelang ein doppelter Aufstieg binnen einer Saison. Sie erzielten 87 Tore in den allen acht gewonnenen Begegnungen der ersten Runde. Auch in der zweiten Runde blieben sie unbesiegt – neun Erfolge und ein Unentschieden – und trafen 50 Mal ins Schwarze. Die Saison begann für sie in der fünften Klasse und endete in der dritten. Im Landespokal erreichten sie das Halbfinale. In Esch verloren sie mit 1:2 gegen Jeunesse.